Die Trockenrasen und Trockenwälder des Bisambergs bilden extreme Lebensräume, die vorwiegend von Lebensraumspezialisten besiedelt werden, darunter viele wärmeliebende Arten. So trifft man hier zahlreiche mediterrane oder pannonische Arten, die hier ihre Verbreitungsgrenze erreichen und zum Teil als nationale Raritäten zu werten sind.
Zu den hoch spezialisierten Tierarten der Trockenrasen zählt u.a. die Lauch-Seidenbiene (Colletes graeffei). Sie legt in lückig bewachsenen Bereichen ihr Nest an und trägt ausschließlich den Pollen des Gelben Lauchs ein. Die starke Bindung an die Futterpflanze birgt auch Gefahren. Blüht der Gelbe Lauch nicht zum richtigen Zeitpunkt oder ist er aus anderen Gründen nicht verfügbar (z.B. zu frühe Mahd), kann die Population dieser Bienenart schwer geschädigt werden. Neben der Lauch-Seidenbiene gibt es noch viele andere Wildbienen, die nur an einer oder wenigen Pflanzenarten Pollen sammeln und hohe Ansprüche an den Nistplatz haben.
In den Trockenstandorten finden sich faunistische Kostbarkeiten wie Ziesel (Spermophilus citellus), Heidelerche (Lullula arborea), Schwarze Röhrenspinne (Eresus kollari), Sägeschrecke (Saga pedo) oder Mohnbiene (Hoplitis papaveris).
Im Bereich der Trockenwälder findet der Pfirsichprachtkäfer (Capnodis tenebrionis) letzte Refugien. Er ist in Mitteleuropa vom Aussterben bedroht und kommt österreichweit nur in 2 Bereichen vor. Die Larve lebt in Wurzeln von Schlehen und anderen Obstgehölzen.
Zu den Besonderheiten des Gebiets zählen ferner der Hirschkäfer (Lucanus cervus) und der Sägebock (Prionus coriarius).
Aus naturschutzfachlicher Sicht zählen die Trockenrasen und Trockenwälder des Bisambergs zu den schutzwürdigsten Sonderstandorten Österreichs.
Arten gemäß Anhang II der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie
Ziesel (Spermophilus citellus)
Ziesel sind Nagetiere, die meist in Kolonien offene, kurzrasige Graslandschaften mit tiefgründigem Boden besiedeln. Dort legen sie Wohnbaue an, in denen sie sich während der Nacht und bei Schlechtwetter aufhalten. Die kalte Jahreszeit überdauern die Tiere mit einem ausgedehnten Winterschlaf. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Gräsern und Kräutern, aber auch Insekten stehen auf ihrem Speiseplan. Heute besiedelt das Ziesel neben steppenartigen Trockenrasen auch Brachen, Weingärten, Ackerraine und kurzrasige Grünflächen.
Hirschkäfer (Lucanus cervus)
Der Hirschkäfer lebt in Laubwäldern der planaren und kollinen Stufe. Die Entwicklung seiner Larven findet in bodennahem und unterirdischem morschem Holz statt. Sie dauert mindestens drei, mitunter aber auch über fünf Jahre. Bevorzugte Holzart sind abgestorbene Eichen, es können aber auch andere Baumarten als Lebensraum dienen. Damit diese Strünke ausreichend Nahrung bieten können, ist ein ausreichendes Alter um die 100 Jahre und damit ein entsprechender Durchmesser dieser Bäume notwendig. |